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Stand: 30.04.2015

Pressemitteilung

„Wollen den ganzen Menschen in den Blick nehmen“

Hospizvereinbarung 2aUnterzeichnen die Kooperationsvereinbarung: (von links) Bianca Pfeuffer, Karl-Ludwig Hundemer, Florian Kutschke-Käß, Sabine Tarasinsk und Uwe Stahl.

Die Caritas-Altenzentren Heilig Geist in Frankenthal und St. Magdalena in Bobenheim-Roxheim arbeiten schon seit längerem mit dem  Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst für Frankenthal und Umgebung zusammen. Jetzt wurde diese Kooperation mit einem Vertrag auf eine solide Basis gestellt. Diese Kooperationsvereinbarung unterzeichneten der Caritasvorsitzender Karl-Ludwig Hundemer und Bianca Pfeuffer für den Landesverein Innere Mission der Pfalz als Träger der Ökumenischen Hospizhilfe Pfalz/Saarpfalz am Dienstag, 10. Oktober, im Altenzentrum in Bobenheim-Roxheim.   

Der Tod ist ein Tabuthema. Aber gerade Altenzentren sind oft mit dem Thema Sterben konfrontiert. Auch weil, wie Florian Kutschke-Käß, Einrichtungsleiter von Heilig Geist in Frankenthal,  sagte, die Verweildauer in den Altenheimen immer kürzer wird. "Die Menschen kommen erst sehr spät zu uns." In Heilig Geist mit seinen 80 Plätzen seien in 2016 60 Menschen gestorben. In vielen Fällen kämen die neuen Bewohner bereits in einer gesundheitlich schwierigen Situation in die Einrichtungen. Manche kämen ganz gezielt zum Sterben, ergänzte Uwe Stahl, Leiter des Bobenheim-Roxheimer Hauses mit 60 Plätzen. Da sei es gut, wenn es den Hospizdienst mit Mitarbeitern gebe, die sich Zeit nehmen könnten.  Das im November 2015 in Kraft getretene Hospiz- und Palliativgesetz stärke die Ehrenamtlichen und verpflichte die Pflegeheime zudem zur Zusammenarbeit, betonte Karl-Ludwig Hundemer. Er räumte jedoch ein, dass anfangs in den Caritas-Häusern das parallele Wirken eines ehrenamtlichen Hospizdienstes von Teilen des hauptamtlichen Personals skeptisch gesehen wurde, weil es Bedenken um die Kompetenz- und Aufgabenverteilung gab. Diese Skepsis sei aber inzwischen zu einem guten Miteinander gewachsen. "Die Hospiz- und Palliativhilfe ist ein wichtiger Bestandteil der modernen Altenpflege. Unsere Angestellten sind inzwischen froh und dankbar, dass es dieses Miteinander gibt", so der Caritasvorsitzende.  

Die würdevolle Begleitung von Sterbenden und ihren Angehörigen ist das Ziel aller. Der ambulante Hospizdienst gehe bei der Betreuung von Sterbenden über das hinaus, was die hauptamtlichen Kräfte in den Einrichtungen leisten könnten, sagt Sabine Tarasinski, Pfarrerin und Leiterin des Frankenthaler Hospizdienstes, der unter dem Dach der Ökumenischen Hospizhilfe Pfalz/Saarpalz agiert. "Wir wollen den ganzen Menschen in den Blick nehmen, mit seiner psychischen Belastung, seinen sozialen und ethischen Fragen. Die Angehörigen mit ihren Fragen unter anderem zu lebensverlängernden Maßnahmen und auf dem Weg des Loslassens." 36 Ehrenamtliche engagieren sich im Hospiz- und Palliativdienst Frankenthal. 60 Begleitungen hätten diese 2017 bereits übernommen. Der Dienst sei in der Region für neun Alteneinrichtungen zuständig. Tarasinski machte deutlich, dass auch der Dienst einmal an seine Grenzen stoße: "Wir können immer nur im Rahmen unserer Möglichkeiten agieren."

Ihm  sei es ein großes Anliegen, früh auch über das Thema Sterbebegleitung mit Bewohnern und Angehörigen ins Gespräch zu kommen, sagte Uwe Stahl. Angehörige bedürfen immer einer großen Betreuung und müssen aufgefangen werden", so Stahl. Er schätzt die ehrenamtliche Hilfe als wichtige Unterstützung. Parallel dazu gebe es in den Einrichtungen Ordensschwestern, die sich kümmerten, und es werde zudem seelsorgerischer Beistand angeboten.

Sabine Tarasinski und Bianca Pfeuffer  nutzten die Gelegenheit, um Ehrenamtliche zu werben, da, so Tarasinski, die Altersstruktur bei den Helfern schwierig werde. Viele der Ehrenamtlichen seien schon sehr lange, bis zu 20 Jahre, beim Hospizdienst. "Hier muss es langsam einen Wechsel geben." Was der Gewinnung von neuen Ehrenamtlichen ein wenig engeggenstehe, sei die lange Einarbeitungszeit, da dem Dienst eine qualitativ hochwertige Begleitung wichtig sei. "Bis zum ersten Einsatz vergeht meist ein Dreivierteljahr." Deshalb versucht Tarasinski mit einem neuen Modell, nämlich kurzen Einsteiger-Kompaktkursen unter dem Titel "Letzte Hilfe-Kurse"  Menschen für das Thema zu sensibilisieren. Wichtig sei für die Qualitätssicherung die ständige Begleitung der Ehrenamtlichen durch die Hauptamtlichen betonte Tarasinski.  

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