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Stand: 30.04.2015

Pressemitteilung

Ausstellungseröffnung mit kulinarischen Überraschungen

Bild 'Einsam' von Massuma EbrahimiBild "Einsam" von Massuma EbrahimiCaritasverband Speyer / Stefan Tresch

"Drei Frauen - drei Orte" ist der Titel eines außergewöhnlichen Ausstellungsprojektes, das vom Ehrenamtskreis Asyl Bobenheim-Roxheim veranstaltet wird. An drei Orten der Gemeinde stellen Asylbewerberinnen, die hier eine neue Heimat gefunden haben,  ihre Bilder  und Werke aus. Die Vernissage am Freitagabend im Caritas-Altenzentrum St. Magdalena bildete den Auftakt zur Ausstellung. Die Bilder sind noch bis 4. Mai im Altenzentrum, in der örtlichen Bücherei und  in der Filiale der RV Bank Rhein-Haardt zu sehen.

Groß war der Andrang bereits an der ersten Station im Caritas-Altenzentrum St. Magdalena im Pfalzring 3. Dicht gedrängt standen die Besucher um die Stellwände, an denen die Bilder der aus Afghanistan stammenden Massuma Ebrahimi zu sehen sind. Ganz unterschiedliche Themen wie "Sternennacht", "Schwangere Frau", "Abendstimmung am See", "Flirt", "Einsam" - so die Bildtitel - hat Massuma Ebrahimi mit Ölfarben auf die Leinwand gebracht.

Bild 'Abendstimmung am See' von Massuma EbrahimiBild "Abendstimmung am See" von Massuma EbrahimiCaritasverband Speyer / Stefan Tresch

Massuma Ebrahimi hat einen besonderen Weg hinter sich. Sie ist mit ihrer Familie aus Herat, der zweitgrößten Stadt Afghanistans, die sich nahe der iranischen Grenze befindet, geflohen.  Die 34-Jährige hat bereits in ihrer Heimat gemalt. Gelernt hat sie den Beruf der Schneiderin. Seit 2015 lebt sie mit Mann und ihren vier Kindern in Bobenheim-Roxheim. Barbara Grözinger stellte die Künstlerin und ihren Weg nach Deutschland vor: "In drei Monaten und 17 Tagen hat Massuma Ebrahimi viele Grenzen überwunden." Zu Fuß flüchtete die Familie in den Iran, fuhr von dort mit dem Auto in die Türkei, setzte mit dem Schlauchboot nach Griechenland über und kam dann über die Balkanroute nach Deutschland. In ihrer Heimatstadt Herat gebe es eine große Kunsttradition.  Ebrahimi arbeite insbesondere nachts, wenn ihre vier Kinder im Bett seien. 

Es seien sehr romantische Bilder, schwärmte Helga Guthmann vom Arbeitskreis Asyl. Sie sei beeindruckt gewesen, wie Ebrahimi in ihrer Wohnung, in der viele Afghanen zu Besuch gewesen seien, seelenruhig gemalt habe. "Dass sie dazu hier Zeit findet, das finde ich toll." Guthmann begrüßte die Vernissage-Besucher im Namen des Arbeitskreises und dankte den Unterstützern des Ausstellungsprojektes. Aufmerksam sind Gutmann und Grözinger auf die künstlerisch tätigen Asylbewerberinnen in Deutschkursen geworden.  Der Künstler Pablo Picasso habe einmal gesagt,  Kunst könne  den Staub des Alltags von der Seele wischen. Genau so empfinde sie die Ausstellung, sagte Grözinger im persönlichen Gespräch.

Er sei sofort begeistert gewesen, als er angefragt wurde, ob das Altenzentrum nicht eine Station des Projektes werden wolle, berichtete Uwe Stahl, Leiter des Caritas-Altenzentrums in Bobenheim-Roxheim,.  So öffne sich die Einrichtung nach außen und werde ein Ort der Begegnung für ganz unterschiedliche Menschen.. "Ich hätte nicht gedacht, dass es heute Abend hier so voll wird. Das ist ein super Start", freute sich Stahl. Wenn die Einrichtung durch solche Aktionen den einen oder anderen Ehrenamtlichen gewinnen könnte, der sich im Haus engagiert, wäre er froh, bekannte der Einrichtungsleiter: "Wenn jemand unseren Bewohnern nur zehn Minuten Zeit schenken könnte, dann wäre das super, egal in welchem Bereich."

Denise Goßlau vom Migrations- und Integrationsbeirat des Rhein-Pfalz-Kreises wies auf eine Aktion des Beirates hin. Das Gremium sammelt Fotos von Neuangekommenen, die ihren ersten Eindruck von Deutschland vermitteln sollen. Auch daraus soll sich eine Ausstellung entwickeln.

Im Anschluss wurden die Ausstellungen von Rozana aus Albanien -  die 42-Jährige möchte nur mit dem Vornamen genannt werden -  in der örtlichen Bücherei (Pfalzring 39 a) und von der 33-jährigen Rudajna Almerai aus Syrien in der Filiale der VR Bank Rhein-Haardt (Pfalzring 70) eröffnet. An jeder Station erwartete die Besucher an dem Abend der Ausstellungseröffnung eine kleine Überraschung. Im Altenzentrum gab es von der afghanischen Köchin Leiloma Jaffari Kofta (afghanische Hackfleischbällchen) und Nan (afghanisches Brot).

Die Finissage am 4. Mai läuft nach dem gleichen Muster ab. Auch für sie ist der Start um 18 Uhr im Caritas-Altenzentrum St. Magdalena.

 

Herausgegeben vom Caritasverband für die Diözese Speyer / Text und Fotos: Stefan Tresch    

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